Bierexperten

Der Hopfen und seine Rolle im Bier

Wie ihr wisst, haben sich die Bierexperten letzte Woche mit dem Reinheitsgebot beschäftigt. Dies besagt, dass zum Brauen von Bier ausschließlich die 4 Rohstoffe Wasser, Hopfen, Gerste und Hefe verwendet werden dürfen. In der nachfolgenden Serie möchten wir genauer auf diese Zutaten eingehen und Euch Woche für Woche eine dieser Komponenten genauer vorstellen.

Der Hopfen

Hopfen, lat. humulus, ist eine Pflanze aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Ja richtig, Hanfgewächse! Das bedeutet aber nicht, dass jemand auf die Idee kommen sollte, sich Hopfenzapfen in die Pfeife zu stecken. 🙂 Lassen wir den Hopfen lieber dort, wo er hingehört, nämlich in die Produktion von Bier. Alle Hopfensorten kommen auf der Nordhalbkugel vor, doch die bekannteste Hopfensorte ist wohl „der echte Hopfen“ (hum. lupulus) der zum Bierbrauen die größte Verwendung findet.

Inhaltsstoffe

Bitterstoffe verursachen den typisch bitteren Biergeschmack und tragen zur biologischen Haltbarkeit des Bieres bei. Auch die Qualität der Schaumkrone hängt von den Bitterstoffen ab, die in den Lupulindrüsen der Hopfendolde sitzen und mit Äther gelöst werden können.

Neben den Bitterstoffen spielen die ätherischen Öle eine sehr wichtige Rolle bei der Herstellung von Bier. Denn diese sind für das Aroma verantwortlich. Das wohlschmeckende Hopfenaroma verleiht dem Gerstensaft einen runden Geschmack und trägt dadurch zur Geschmacksharmonie bei.

Dann gibt es noch die Gerbstoffe. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Klärung des Bieres. In diesem Prozess verbinden sie sich mit unerwünschten Proteinen und bringen diese zum Ausflocken. Daraufhin können sie als sogenannter „Bruch“ entfernt werden. Außerdem wird den Gerbstoffen eine konservierende Wirkung zugesagt.

Bierexperten Bier Hopfen

Hopfenanbau

Die Hauptanbaugebiete des echten Hopfens in Deutschland befinden sich in Hallertau in Bayern, im Elbe-Saale Anbaugebiet in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, im Schussental in Baden-Würtemberg sowie in der Region um Spalt in Mittelfranken. Im Frühjahr (ab Ende März) werden die Hopfengärten kultiviert. Dabei werden Stecklinge verwendet, die auch Fechser genannt werden. Die Hopfenpflanze benötigt eine Kletterhilfe, weshalb sie in Gerüstanlagen angebaut wird. Hierzu werden zwei bis drei Triebe um einen Draht gelegt, damit sie daran hochranken können. Bis Ende Juli wachsen sie auf eine Gerüsthöhe von bis zu sieben Metern. Es werden ausschließlich weibliche Hopfenpflanzen für den Anbau herangezogen, da nur diese Lupulin und einen aromareichen Hopfendolden enthalten. Männlicher Hopfen wird nur in der Züchtung zur Kreuzung genutzt.

Ernte

Sobald die Ähren reif sind, werden die Reben abgeschnitten und von den Gerüstanlagen genommen. Im Hof trennen Pflückmaschinen den Dolden vom Hopfenstock. Anschließend werden die Dolden getrocknet, bis sie nur noch ca. 11% Feuchtigkeit enthalten, danach werden sie gepresst und gekühlt. Die gängigste Verarbeitungsform sind die sogenannten Pellets (siehe Bild). Dabei handelt es sich um kleine gepresste zylinderförmige Hopfenteile.

Das war’s!

Wir hoffen, dass wir Euch mit diesem kurzen, aber knackigen Beitrag, die wichtigsten Infos liefern konnten.

Falls Ihr noch mehr Infos rund um den Hopfen benötigt, schaut doch bei der HVG – Hopfenvertrewertungsgenossenschaft e.G. vorbei!

Und wenn Ihr selbst noch Wissenswertes zu dieser Wunderpflanze habt, könnt Ihr sehr gerne das Kommentarfeld nutzen.

Zudem findet Ihr weitere interessante Beiträge in unserem Blog, wie zum Beispiel den Hauptbeitrag zu dieser Reihe, „Das Reinheitsgebot wird 500“ oder zum Oktoberfest.

Die Bierexperten wünschen Euch weiterhin viel Spaß mit dem Bier-Blog! Wir haben große Freude an diesem Projekt, und hoffen sehr, dass auch unsere Bierfreunde ebenfalls so viel Spaß haben wie wir!

Doch wenn Euch etwas nicht so gut gefällt, lasst es uns gerne wissen, damit wir Euch den besten Content liefern können! Die Bierexperten geben Ihr Bestes! Während wir den einen Beitrag schreiben, sind unsere Augen und Ohren schon auf der Jagd nach dem nächsten interessanten Thema!

Seid deshalb auf den nächsten Beitrag gespannt, bis dahin, Ahoi!

Bierexperten – 2016

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